Mittwoch, 12. Juli 2017

Die politische Ökonomie des Rindfleischverbots

Binu Mathew

11. Juni 2017

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Riesige Demos gegen Lynchmorde in Indien (Bild: Reuters)





Unser zweites Buch „The Poitical Economy of Beef Ban“ ist auf dem Markt. Ihr könnt es hier bestellen. Außerhalb Indiens können mails an diese Adresse geschickt werden mail@peoplesbookshop.com

Hier ist das Vorwort zum Buch

Eine Decke von Trübsinn hat sich über Indien gelegt. Eine alles erfassende Furcht bemächtigt sich der Nation. Wenn der Staat seine Nase in deinen Essensteller steckt, dann weißt du, dass der Faschismus gekommen ist. Wenn Bürger-Wehren durch die Straßen streifen und Menschen lynchen, dann weißt du, dass der Faschismus gekommen ist.

Robert O. Paxton schreibt in seinem klassischen Buch „The Anatomy of Fascism“ (Die Anatomie des Faschismus): „Ich schlage vor, den Faschismus in einem Zyklus  von fünf Etappen zu untersuchen: 1) Die Aufstellung von Bewegungen; 2) ihre Verankerung in dem politischen System; 3) ihre Machtergreifung; 4) die Ausübung von Macht und 5) am Ende der lange Zeitraum, in dem das faschistische  Regime sich entweder für eine Radikalisierung entscheidet oder für die Entropie.“ Mir scheint, dass Indien im fünften Stadium angekommen ist – die Radikalisierung der Hindutva, die indische Version des Faschismus.

Diese Radikalisierung findet  auf verschieden Ebenen statt. Durch organisierte Krawalle oder  Gefechte auf niedriger Ebene, wodurch die Gesellschaft senkrecht gespalten wird mit Hilfe von massiven Sozialtechnik-Programme wie das ‚Rindfleischverbot‘. Dieses Verbot gibt den Gau Rakshaks eine Blankovollmacht, Menschen zu lynchen. Es ist auch nicht nur ein Übergriff auf unser Ernährungsrecht, sondern wird auch das Leben von Millionen bereits stark gestresster Bauern beeinflussen. Dieses Fleischverbot wird den Rindvieh-Sektor zerschlagen und auch das Rückgrat der Bauern brechen und sie in den Selbstmord treiben.

Dieses Buch enthält Artikel, die Countercurrents.org zum Thema Rindfleisch veröffentlicht hat, von denen der älteste von Dr. Ambedkar stammt, der Essay „Haben Hindus nie Rindfleisch gegessen?“, den wir am 5. Mai 2003 erneut veröffentlichten und jetzt zum Lynchmord am 16.jährigen Junaid in einem Zug am 22. Juni 2017.

Wenn der Faschismus an unsere Tür klopft, dann haben wir nur zwei Möglichkeiten: 1. Uns unserem Schicksal ergeben und es widerspruchlos hinnehmen. 2. Mit allen Mitteln zurückzuschlagen. Sich ergeben oder zurückschlagen, das ist die Frage. Sich ergeben ist keine Option. Das ist auch gegen die menschliche Natur. Unsere Reflexhandlung ist zurückschlagen. Wir müssen zur grundlegenden Natur der Republik zurückkehren und kämpfen, die Idee von Indien zurückgewinnen, die sich die Gründer dieser Nation vorstellten.
Lasst uns aufstehen für die Idee von Indien, die wir als Kinder lieben lernten und die wir unseren Kindern weitergeben wollen. Lasst uns dies tun, indem wir in der einen Hand die Verfassung Indiens und in der anderen die Trikolore halten. Wenn wir uns wie ein Mann erheben, wird der aufsteigende Faschismus, wie Robert O. Paxton sagte, sich in Entropie auflösen. Ich hoffe, dass dieses Buch beim Kampf für die Idee von Indien helfen wird, für die wir alle einstehen.

Autoren:
Mahatma Gandhi, Dr. B. R. Ambedkar sowie die  zeitgenössische Autoren viz. Afroz Alam, Aftab Alam, B.F.Firos, Binu Mathew, Cynthia Stephen, Dr Akhileshwari Ramagoud,  Gaurav Jain, George Abraham, Imran Khan, K.P. Sasi, Kavita Srivastava, Manali Chakrabarti, Megha Bahl, Sharmila Purkayastha, Mohammad Ashraf, Neha Saigal, Oliver Dsouza, Parul Verma, Parvez Alam, Prof. Shah Alam Khan, Ram Puniyani, Sally Dugman, Samar, Satya Sagar, Shamsul Islam, Sheshu Babu, Subhash Gatade, Suhail Qasim Mir, Sukumaran C V, Susmit Isfaq, T Navin & Vidya Bhushan Rawat.

Quelle


www.Countercurents.org

Kommentare:

  1. Schlagen denn die Perversen auf der ganzen Welt zu? Rindfleischverbot??? Das scheinen alles NWO-Vorboten, oder? "Die" wollen wirklich die ganze Welt zu ihrem Kaufladen machen und überall die Menschen gängeln, maßregeln, spalten, aufhetzen? Das können "die" nicht gewinnen! DANKE EINAR, dass Sie uns den weiten Blick ermöglichen. Das habe ich jetzt schon mehrmals erlebt. (mit Haiti z.B. oder Südamerika.) Sie sind wunderbar!

    AntwortenLöschen
  2. Ich bedanke mich für das Lob. Das braucht man manchmal, damit man nicht das Gefühl bekommt, für die Katz zu arbeiten. Ciao

    AntwortenLöschen